„ExpoStation Areal C“

06. Oktober – 30. Oktober 2021
Outdoor immer. Indoor Mittwoch – Sonntag 11:00 Uhr – 20:00 Uhr

Urbane und Zeitgenössische Ausstellung.
Graffiti, Style Writing, Urban Art, Street Art, Fotografie, Malerei… Indoor und Outdoor.

Vom 06. Oktober bis 30. Oktober findet „ExpoStation 2021 – Urbane und Zeitgenössische Ausstellung“ auf dem Areal C in der Nordstadt von Karlsruhe statt. Werke von über neunzig Künstler und Künstlerinnen sind Indoor und vor allem Outdoor zu besichtigen.

Teile der Ausstellung sind im Sinne des puristischen Graffiti „Style-Writing“ bis hin zu Installationen, Mix Media, Fotografie, traditionelle Malerei. Der gemeinsame Kontext aller teilnehmenden Künstler bei „ExpoStation“ ist die Schnittstelle und der Background „Graffiti“. 

Unter Leitung von Team Combo kooperieren für die „ExpoStation Areal C“, die regionale Graffiti Szene mit der Stadt Karlsruhe in Form von Sozial- und Jugendbehörde, Jugendhilfe und Soziale Dienste, Mobile Jugendarbeit, Schulsozialarbeit, Combo Hip Hop Kulturzentrum und Street Projects, Farbschall e.V. Verein zur Förderung der Hip Hop Kultur sowie die GEM Ingenieur GmbH und die CG Elementum AG. Unterstützt wird das Projekt von Montana Cans, dem Fanprojekt Karlsruhe und NCO Club des STJA e.V. Karlsruhe, den Zentralen Werkstätten des Gartenbauamtes Karlsruhe. Sowie von lokalen Firmen und Privatpersonen.

Line Up:

Abyz, AaronZeitz, AirMax1, Alecks, Amte, AtomOne, Bar, Basco, Baske ToBeTrue, Can2, Chris Graff, Calm, Cesk, Chöc, Core el Draw, Danke, Dater127, David, Deal, Deore, Diaz Uno, Dieter Martus, Dizoe, Dome, El Rico, Emesa, Enrico Bach, EsOne, Franky Freeze, Fabio „Snow“ Perrone, Fuego Fatal, Fuse, Gabse, GiorgioEazy, Gismo, Gregor Lau, Hombre, Hombre Montero, HuckleMary, Intro, Jase, Kane, Lazy Vaude, Low, Mano, Marius Irth, Matriks, Moter, Mose, Nose, Obskur87, Paul Simon, Peso, Ralf Gudat, Relox, Rene Sulzer, Ries, Romey, Sandie, Skope, Scotty76, Sebastian Bauer, Senzi, Shick, Sier, Simon Lalia, Sigma, Smile, Some, Stok La Rock, Story5, Super Soker, Sure, Svlech, SweetUno, Symbios, Tali, Time, Tomek, Tone, Toxin, Trak, Ultras, Vers, Wuam, Yeko …

Die ExpoStation Idee

Unter den Akteuren (die lange Zeit auf eine Definition für ihre Ausdrucksform verzichtet hatten) als „Writing“ bezeichnet, von den Medien als Graffiti oder Street Art betitelt, formte sich in den 60er Jahren an der Ostküste der USA eine Bewegung, die sich rasch zu einer interkontinentalen Lawine entwickelte, die Anfang der 80er Europa erreichte.

Die Symbiose mit den zeitgleich und unter gleichen Umständen entwickelten neuen Tanz- und Musikformen, brachte das Pseudonym „Hip Hop“ zur Welt. Die heute wohl größte Jugend- und junge Erwachsenen Kultur. Jeder dieser Ausdrucksformen und ihre Ableger kann für sich selbst existieren, als auch weiter im Kontext von Hip Hop. Das kann jeder für sich selbst entscheiden.

Die Bildsprache und seine Dynamik trafen und treffen auf renommierte gesellschaftliche und kulturelle Strukturen, weit über die Hinterhöfe, Zugdepots, Toiletten und Schulbänke hinweg. Die Kultur entwickelt sich stetig weiter und so schreiten auch die urbanen Protagonisten und ihre Werkzeuge voran. Graffiti, Writing, Schablonenmalerei, Sticker, Poster, Digital und etliche andere Formen gehören heute zum festen Bild und zur Darstellung des Urbanen Alltags. Sowohl die Bildsprache als auch ihre Strategien, Musik, Tanz, Lebensstil und Philosophien hielten Eingang in die Gesellschaft. Viele der Künstler sind, wenn sie nicht selbst von der Kunst und ihrer Kultur leben, in Branchen als Designer, Grafiker, Illustratoren, Berater, Fotografen, Redakteure und in anderen verwandten Creative Jobs tätig.

Mit diesem Ansatz und mit der Diversität der Akteure wurde die Idee zu „ExpoStation“ 2008 vom Karlsruher Graffiti Akteur „Baske ToBeTrue“ geboren.

Expo – für Exposition im Kontext von Ausstellung und Darstellung.

Station –  für Haltestelle als auch als Momentaufnahme in einem fortwährenden Prozess.  

Etliche Stationen liegen hinter uns. Etliche Stationen werden noch folgen.

Prozess und Updates auf Instagram ExpoStation

Lageplan

20 Jahre Farbschall e.V.

Das „Combo“- Hip Hop Kulturzentrum Karlsruhe wird von der Mobilen Jugendarbeit Karlsruhe, Farbschall e.V. und Vertretern aus der regionalen Hip Hop Szene getragen. Im Zusammenschluss mit Aktiven, Freunden und Förderer präsentieren wir uns gerne als Team Combo.

Im April 2005 startete das „Combo“- Hip Hop Kulturzentrum Karlsruhe. Ohne die Strukturen des Vereines Farbschall e.V. wäre dies und vieles andere bis heute nicht machbar.

Farbschall e.V. wurde im Jahr 2001 gegründet.

Wie es dazu kahm?

Eine konkrete Graffitiszene ist in Karlsruhe seit Ende der 80er Jahre aktiv.

Bis Anfang `98 war Graffiti in Karlsruhe kein kommunalpolitisches Thema. Die kleine aber feine Szene setzte legale und auch illegale Akzente durch ihre beeindruckenden Bilder, die die Stadt mehr oder weniger verschönten. Die Anzahl der „Tags und Bombings“ war für die Größe der Stadt vergleichsweise bescheiden.

Im Frühjahr `98 kam alles ganz anders!

„Sicherheit und Sauberkeit – Karlsruhe zeigt Verantwortung“ war der neueste Slogan und damit der Schlüssel zur negativen Wende (nicht nur in Karlsruhe).

Der schon vor Monaten gegründete Sicherheitsrat der Stadt Karlsruhe kündigte unter diesem Slogan den Kampf gegen die Drogenszene, gegen die Taschendiebe und was die Sauberkeit betraf, auch den Kampf gegen die örtliche Graffitiszene an.

1999 wurde ein Arbeitskreis gebildet mit dem harmlosen Namen: „Graffiti – Kunst oder Schmiererei?“. Parallel dazu richtete die örtliche Kripo eine Sonderermittlungsgruppe (wir sagen lieber SoKo) gegen die Sprayer ein.
In wenigen Monaten wurde aus einer tolerierten Jugendkultur eine Bande von Verbrechern, die bekämpft werden musste.

Üble Hausdurchsuchungen, heftige Verhöre und zahlreiche Verhaftungen waren die Folge. Plakate gegen die Sprayer prägten das Stadtbild.
Da die SoKo auch öffentliche Veranstaltungen in Karlsruhe observierte, drohte die Graffitikultur in Karlsruhe kriminalisiert zu werden.

Die Sprayer aber ließen sich nicht unterkriegen. Gerade die älteren und erfahreneren Sprayer erkannten das derzeitige Risiko, und zeigten Verantwortung, indem sie eigenständige Graffitiaktionen und „Jam‘s“ organisierten, in denen sie ihre Lebenswelt kreativ und friedlich demonstrierten.

In monatelangen zähen Verhandlungen konnte die Stadt Karlsruhe davon überzeugt werden, dass neben der Bekämpfung der Szene den jungen Leuten auch die Möglichkeit gegeben werden muß ihr tun legal zu betreiben. Dadurch konnten neue „Hall of Fames“ im Sommer 1999 durchgesetzt werden.

Karlsruhe hat durch die derzeitige Entwicklung eine seltsame Pseudoberühmtheit in zweierlei Hinsicht erlangt. Zum einen wurde Karlsruhe durch die vielen „Hall of Fames“ in Sprayerkreisen populär, zum anderen jedoch wurde der Leiter des Arbeitskreises, seines Zeichen Chef der örtlichen Polizeibehörde als Experte nach Berlin in den Bundestag gerufen, um dort den CDU/FDP Antrag zu einem Graffitibekämpfungsgesetz zu unterstützen. Der Gesetzesentwurf wurde abgelehnt!

Im Sommer 2000 wurde die Stadt erneut mit Plakaten zur Graffitibekämpfung übersäht. Diesmal wurden Hausbesitzer auf ihre Schadensersatzansprüche hingewiesen mit dem Aufruf: „Melden auch Sie Schmierereien“ .

Auch in diesem Jahr werden die Bürger mit einer neuen Plakatvariante zur Graffitibekämpfung überall in der Stadt konfrontiert. Jetzt waren die Eltern dran: „Wie Kinder und Jugendliche ihre Familie in den Ruin treiben können“.

Die Stimmung in der Karlsruher Sprayer-Szene wurde zunehmend gereizter, während die Vorgehensweise der Polizei rabiater wurde. Eine groß angelegte Durchsuchungsaktion, bei der zeitgleich um 6.00 Uhr in der Frühe bei 30 Sprayern die Wohnungen durchsucht wurden, belegen den Aufwand der Strafverfolgungsbehörden.

Um einen Gegenpol gegen die pauschale Negativdarstellung von Graffiti in der Öffentlichkeit zu setzen und als ein offizielles Organ zu werden, beschlossen interessierte Menschen einen Verein zur gründen. In diesem Zuge wurde am 26.04.2001 der Verein „Farbschall e.V. – Verein zur Förderung der Graffitikunst“ gegründet.

In den ersten Jahren war der Fokus auf Graffiti gerichtet. Ab 2003 fördert der Verein alle Elemente der HipHop Kultur und hat sich folgerichtig umgenannt. Rest is History.

Farbschall e.V. – Verein zur Förderung der HipHop-Kultur

Das Profil von Farbschall findet ihr unter:
https://team-combo.de/farbschall/profil-3/
Die Satzung unter:
https://team-combo.de/satzung/


Hier ein paar Eindrücke der ersten „offiziellen“ Aktionen von Farbschall e.V. in 2001

Karlsruhe Stadtgeburtstag 2001

Erster Farbschall Graffiti Workshop 2001

Das Fest 2001

Auf die nächsten 20 Jahre!

Kick the Beat // Karlsruher Stadtfest 2019

Am Samstag 12. Oktober 2019 fand bei dem Karlsruher Stadtfest das „Kick the Beat“ Breaking Battle statt. Place to be war der Kronenplatz. Sechzehn gesetzte Tänzer, B-Boys und B-Girls genannt, traten im 1 vs 1 Battle an. Tänzer aus dem Süddeutschen Netzwerk des Combo standen in der Stadtfest „Kick the Beat“ Edition im Vordergrund.  Teilnehmer aus Bretten, Stuttgart, Rastatt, Baden-Baden, Backnang und natürlich aus Karlsruhe waren vertreten. Zusätzlich hatten wir Akteure aus Berlin und Straßburg im Line Up.

Platz 3 teilen sich B-Boy Deffect aus Freiburg mit B-Boy Nimi aus Baden-Baden. Im Finale standen sich Flo aus Berlin und Bobby Balboa aus Karlsruhe gegenüber. Die drei Judges, B-Girl Banjana aus Stuttgart von den Skill Sisters, B-Boy Lek von Directors Cut aus Baden-Baden und B-Boy Karim aus Straßburg entschieden sich für Flo von der Crew „Face of Berlin“ als Champ von Kick the Beat 2019.  Neben etwas cash für den Sieger gab es Leinwände als Trophäen. Und ein ordentliches Paket von unserem jahrelangen supporter Montana Cans.

Angepeitscht durch die Beats von Originill und der Moderation von Sung-Goku über den ganzen Tag, war der Kronenplatz „full“.  BMX Show´s von Chris Böhm und Customize your Shirt Aktion von Farbfehler gab es am Kronenplatz obendrauf.

Dank des soliden Wetters und dem zentralen Platz konnten sich über den Tag hinweg einige Tausende Besucher an Urbaner Kultur erfreuen.

#insider Kick the Beat 2019 wurde innerhalb eines Monates geplant und umgesetzt.
Wir bekamen die Anfrage ob wir uns als Combo Hip Hop Kulturzentrum in das Stadtfest involvieren würden. In persönlichen Gesprächen mit Andreas Preissler wurde ein Plan und Möglichkeiten entwickelt. Wir schreiben dass an dieser Stelle, da unsere Erfahrungen mit der einen oder anderen Institution gemischt sind. In diesem Fall möchten wir die positive Zusammenarbeit und Ausführung des Projektes betonen.  Die Kooperation zwischen P&P, der Szene, Teilnehmer, Farbschall e.V.  und der Stadt Karlsruhe verlief reibungslos.

Danke dafür und on to the next one…

Impressionen // Pics by Hombre Montero und DonMuffel